Lampenfieber: Warum die Angst vor Bewertung so stark ist

Was dahintersteckt, wenn Herz und Hände vor dem Auftritt verrücktspielen

Das Herz schlägt bis zum Hals, die Hände zittern, der Mund ist trocken. Kurz vor einem Vortrag, einem Gespräch oder einem Auftritt kennen viele dieses Gefühl. Lampenfieber ist ein Stressmuster, das wir gut verstehen können, und wenn wir es verstehen, verliert es oft schon ein Stück seines Schreckens. Dieser Artikel ergänzt meinen Beitrag Zu gestresst? Was tun? und baut auf Was bei Stress im Körper passiert auf.

Warum Lampenfieber reiner Bewertungsstress ist

In unserem Inneren fürchten wir uns in solchen Situationen vor drei Dingen: vor dem Scheitern, vor der Bloßstellung und vor der Ablehnung. Über den Erfolg entscheiden dabei nicht wir allein, sondern auch die anderen, die uns beurteilen. Deshalb handelt es sich bei Lampenfieber um Bewertungsstress.

Warum uns das so bedrohlich erscheint

In der Vorzeit war es existenziell wichtig, zu einer Gruppe zu gehören. Gemeinsam zu jagen und sich zu verteidigen erhöhte die Überlebenschance des Einzelnen. Wer in der Gruppe nicht bestand und ausgegrenzt wurde, hatte allein kaum eine Chance.

Auch wenn wir heute nicht mehr von einer Gruppe abhängig sind, schlägt unser altes Alarmsystem, das limbische System, noch bei denselben Themen an. Für unseren Körper fühlt sich ein Patzer vor Publikum deshalb schnell an wie eine echte Bedrohung.

Was dabei im Körper passiert

Der Körper reagiert mit der Ausschüttung von Stresshormonen. Typische Anzeichen sind:

  • Erröten

  • Zittern

  • Anspannung

  • Schwitzen

  • ein trockener Mund

  • eine erhöhte Herzfrequenz

Ein bisschen Aufregung kann helfen

Auf die Dosis kommt es an. Ein gewisses Maß an Stress wirkt sich sogar positiv aus, man spricht dann von Eustress, einer Art „positivem Stress“. Das ausgeschüttete Adrenalin wirkt wie ein Aufputschmittel: Aufmerksamkeit und Konzentration nehmen zu, und wir können eine bessere Leistung bringen.

Ist die Angst vor dem Bevorstehenden jedoch sehr groß, kann es zu einer Schockstarre oder Angstlähmung kommen, die im schlimmsten Fall sogar das Sprechen unmöglich macht.

Wie Sie ruhiger damit umgehen können

Lampenfieber lässt sich selten ganz abstellen, aber gut abmildern. Ein genereller Stressabbau hilft dabei, mit Lampenfieber besser umzugehen. Dafür eignen sich regelmäßige Bewegung und verschiedene Entspannungstechniken. Besonders die Atmung ist vor einem Auftritt eine schnelle Hilfe, weil Sie sie überall nutzen können.

Einfache Übungen dazu finden Sie hier: Schnelle Hilfe bei Stress

Und wenn Ihnen Lampenfieber oder die Angst vor Bewertung im Alltag oft im Weg steht, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

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Schnelle Hilfe bei Stress: Vier Übungen für zwischendurch

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Was bei Stress im Körper passiert